Diätetik

Der Begriff Diätetik kommt aus dem Griechischen und bedeutet Lebensweise. Heute wird Diätetik oft mit Ernährungslehre übersetzt. Ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Medizin lässt sich in der chinesischen Geschichte bis in die vorchristliche Zeit zurückverfolgen. Oft wurde zwischen Arzneimittel und Nahrungsmittel nicht unterschieden. Manche Rezepturen hören sich sogar eher nach  Kochrezepten an.

 

Wie in der Phytotherapie werden auch alle Lebensmittel nach ihren Eigenschaften geordnet: Temperaturverhalten und Geschmack, Wirkrichtung und Wirkort. Je nach Diagnose können daher verschiedene Lebensmittel empfohlen und von anderen kann abgeraten werden. Berücksichtigt wird auch die Jahreszeit. Ein wärmender Eintopf mit Lammfleisch beispielsweise ist eher in der kalten Jahreshälfte zu empfehlen; ein Salat mit kühlenden Gurken und Tomaten eher im Sommer. Die Wirkung der einzelnen Zutaten kann durch die Art der Zubereitung und den Einsatz von Gewürzen und Kräutern beeinflusst werden. Oft ist mit einer Nahrungsumstellung eine Änderung der Lebensweise verbunden. So kommt die ursprüngliche Bedeutung von Diätetik wieder zum Tragen.

 

In der Diätetik wird besonders gut deutlich, dass die chinesische Medizin nicht nur auf die Behandlung von Krankheiten abzielt. Vielmehr dient sie auch der Vorbeugung und der Gesunderhaltung. Die Änderung der Ernährung bzw. der Lebensweise ist dafür Grundstock und zeigt vor allem langfristig ihre Wirkung.