Stiefmütterchen (wildes) - Viola tricolor

Stiefmütterchen - Blüte

 Das wilde Stiefmütterchen, auch Acker- oder Feldstiefmütterchen genannte, kommt in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens vor. Es blüht dreifarbig, daher der botanische Zusatz „tricolor“. Wie das Duftveilchen gehört das Stiefmütterchen zur Familie der Veilchengewächse und heißt mit Vornamen daher nicht von ungefähr „Viola“. Medizinisch interessant ist das blühende Kraut, das meist in Form von Tee, Tinktur oder Öl therapeutisch eingesetzt wird. Das Stiefmütterchen ist, wie das Veilchen auch, eine ausgesprochene Hautpflanze. Es hat ebenso eine kühlende Wirkung, schmeckt allerdings mehr bitter als süß. Juckende und hitzige Hautkrankheiten, vor allem bei Kindern, können sehr gut mit dem Stiefmütterchen behandelt werden.

Stiefmütterchen

Die chinesische Medizin beschreibt solche Krankheiten als Wind-Hitze-Erkrankungen, wobei der Wind für den Juckreiz verantwortlich ist und meist auch als Transportmittel für die Hitze. Das Stiefmütterchen kann sowohl den Wind als auch die Hitze ausleiten, kann also den Juckreiz lindern und Entzündungen kühlen. Bei Erkrankungen wie Milchschorf, Neurodermitis, Ekzeme oder Akne wird dieses Heilkraut äußerlich mittels Öl, Salben oder Tinktur angewandt. Innerlich eingenommen, als Tee oder Tinktur, wirkt das Stiefmütterchen zusätzlich umstimmend auf den Stoffwechsel. Dies ist bei vielen Hautkrankheiten gewünscht, um eine aus dem Lot geratene Balance des Stoffwechsels wieder herzustellen bzw. eine neue Orientierung zu geben.

Stiefmütterchen

In der Literatur wird dem Stiefmütterchen nicht nur eine kühlende, sondern auch einen wärmende Eigenschaft nachgesagt. Das mag mit der Wirkung des Stiefmütterchens auf die Harnwege zusammenhängen. Es hat dort einen harntreibenden und somit durchspülenden Effekt, kann eventuell bestehenden Grieß und Krankheitserreger ausleiten. Ursachen für Erkrankungen der Harnwege können Hitze- aber auch Kälteprozesse sein. Da das Stiefmütterchen auch für solche Kälteerkrankungen eingesetzt wird, liegt die Vermutung nah, dass das Stiefmütterchen tatsächlich auch eine wärmende Komponente besitzt.

 

Neumachen im Frühling – das Thema schlechthin in der Natur. Der Mensch nutzt die Frühlingskraft dazu, sich von Sachen zu befreien, die sich über den Winter hinweg angesammelt haben. Eine von vielen Möglichkeiten ist eine Blutreinigungskur, die mit Pflanzensäften oder mit Tees aus Kräutermischungen durchgeführt werden kann. Stiefmütterchenkraut ist ein sinnvoller Bestandteil solcher Mischungen. Veilchen, Löwenzahn, Brunnenkresse und Brennnesseln sind weitere Heilpflanzen, die für eine solche Kur genutzt werden.