Schwarzrettich – Raphanus sativus

Schwarzrettich

Der Schwarzrettich ist eine sehr alte Nutzpflanze. Schon vor mehr als 2000 Jahren wurde er von den Ägyptern genutzt. Andere Quellen besagen, dass er ursprünglich aus Asien stammt. Heute ist der Schwarzrettich weltweit zu finden. Von den vielen Rettichsorten gehört er zu den Wintersorten, die gut gelagert werden können und bis ins Frühjahr hinein zu bekommen sind. Er wird deshalb auch Winterrettich genannt.

Die chinesische Medizin stuft den Schwarzrettich als kühl und vom Geschmack als scharf ein. Nun kann man fragen, warum gerade in der kalten Jahreszeit eine kühlende Heilpflanze vorgestellt wird und nicht eine wärmende, wie zum Beispiel Zimt. Die Antwort hängt mit dem zugegeben nicht ganz einfachen System zusammen, das es der chinesischen Medizin ermöglicht, jeden Menschen individuell zu behandeln. Sicher, der Schwarzrettich, wie auch jede andere Heilpflanze, wird nicht passend für alle Menschen und ihre Situation sein. Aber ich bin sicher, dass einige sich bei den beschriebenen Symptomen wiederfinden.

Schwarzrettich aufgeschnitten

Ein erstes Einsatzgebiet für den Schwarzrettich sind Erkältungskrankheiten, die mit Hitze und Schleim einhergehen. Darunter versteht die chinesische Medizin verschleimte Atemwege, Husten mit (viel) Auswurf, besonders mit gelbem Schleim, was auf einen Hitzeprozess hinweist. Der Schwarzrettich löst den Schleim, fördert das Abhusten und ist dabei auch noch krampflösend. Seine Inhaltsstoffe sind entzündungshemmend und gegen Krankheitserreger wirksam. Traditionell stellt man einen Sirup her, wobei der Rettich ausgehöhlt und mit Kandiszucker bzw. Honig gefüllt wird. Oder man schneidet den Rettich klein, vermischt ihn mit Zucker/Honig und lässt ihn stehen. Der nach mehreren Stunden entstandene Sirup wird teelöffelweise eingenommen und sollte innerhalb eines Tages verbraucht werden. 

Schwarzrettich ganz

Die Wirkung gegen Hitze und Schleim hat der Winterrettich nicht nur im Bereich von Lunge und Atemwegen, sondern auch im System von Leber und Galle. Dort kühlt er bei Entzündungen und beruhigt bei Verkrampfungen. Er regt die Produktion der Gallenflüssigkeit an. Eventuelle Schleimansammlungen werden gelöst und die Galle in Fluss gebracht. Das wirkt sich positiv auf die Zusammensetzung der Galle aus: die Verdauung, vor allem die Verarbeitung der Fette, wird gefördert und die Steinbildung in den Gallenwegen wird gehemmt. Der Schwarzrettich ist über den Leber-Galle-Bereich hinaus nützlich für den gesamten Verdauungstrakt: Zum einen hat er eine bakterienhemmende bzw. –abtötende Wirkung. Des Weiteren kann er die Darmflora wieder in ein Gleichgewicht bringen, vor allem bei einer Neigung zu Verstopfung.

Schwarzrettich eignet sich sehr gut für eine kurmäßige Anwendung. Personen, die einen sensiblen Magen haben, sollten bei der Einnahme von Schwarzrettichsaft allerdings Vorsicht walten lassen. Bitte verdünnen Sie den Schwarzrettichsaft erst bevor Sie zu purem Saft übergehen. Zudem kann die Schärfe des Rettichs gemildert werden, wenn er mit Salz, Zucker oder Essig zubereitet. Dieselbe Wirkung wird durch Kochen erzielt.