Sanddorn – Hippophae rhamnoides

Sanddorn - Strauch

Der mit Dornen bewehrte Sanddornstrauch stammt aus Zentralasien und ist heute im asiatischen und europäischen Raum beheimatet. Er kann bis zu sechs Meter hoch werden und bevorzugt sandige, karge Böden sowie lichtreiche Standorte. Bei uns kennt man ihn vor allem von den Küstengebieten an Nord- und Ostsee. Aber auch im Binnenland ist der Sanddorn bis 1.800 Meter Höhe (in Asien sogar bis 5.000 Meter Höhe) anzutreffen.  Andere Bezeichnungen sind Seedorn, Stranddorn, rote Schlehe, Korallenbeerdorn und Dünendorn.

Sanddorn - Früchte

Der Sanddorn ist besonders seiner Beeren wegen bekannt und geschätzt. Sie sind von August bis Dezember an den graugrünen Sträuchern zu finden und haben eine leuchtend orangerote Farbe. Die Beeren schmecken sauer und haben – chinesisch gesehen – eine kühlende Wirkung. Der saure Geschmack gehört zur Wandlungsphase Holz. Der hier einzuordnende Funktionskreis Leber, zu dem Ärger, Gereiztheit, Spannungskopfschmerzen und Verspannungen gehören, wird durch Sanddorn gekühlt und die meist oben, sprich Nacken und Kopf, gestaute Energie nach unten geführt. Der kühlende Ausgleich wird von einer adstringierenden (zusammenziehenden) Wirkung begleitet und eignet sich zur Behandlung von Hitzezeichen. Dazu zählen Entzündungen im gesamten Mund- und Verdauungsbereich, aber auch Entzündungen von Haut und Schleimhäuten.

Eine gerade im europäischen Raum bekannte Wirkung des Sanddorns ist die Stärkung des Immunsystems oder in den Worten der chinesischen Medizin: Sanddorn unterstützt und fördert das Wei Qi (= Abwehr-Qi). Er wirkt gegen Müdigkeit und Erschöpfung, steigert die Abwehrkräfte. Die allgemein kräftigende Wirkung von Sanddorn ist bereits seit mehr als 1000 Jahren in Tibet bekannt. Sanddorn besitzt unter anderem mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte, einen beträchtlichen Anteil von Beta-Carotin und eine Reihe von B-Vitaminen.

Sanddorn - Beeren

Die erste Schutzbarriere gegenüber der Umwelt ist unsere Haut. Sanddorn erhöht die Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber Umwelteinflüssen, besonders Sonneneinstrahlung. Das Sanddornöl soll zudem gegen Hautalterung vorbeugen. Die heilungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung von Sanddorn eignet sich sehr gut für die Behandlung empfindlicher und zu Entzündungen neigender Haut. Im Fruchtfleisch der Sanddornbeeren ist ein Öl enthalten, das die Regeneration von Haut und Schleimhaut unterstützt. Therapeutisch wird Sanddorn daher bei Hautentzündungen wie Ekzeme und Geschwüre, bei Sonnenbrand und Verbrennungen sowie bei Erkrankungen im Verdauungstrakt wie Magengeschwür und Schleimhautentzündungen von Speiseröhre, Magen und Darm eingesetzt.

Sanddorn

Sanddornwird in Form von Saft oder Konzentrat meist innerlich gebraucht; das bereits erwähnte Sanddornöl dagegen sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt. Sonstige Sanddornprodukte wie Tee oder Aufstrich eignen sich nicht zum gezielten therapeutischen Einsatz, da hier meist der Sanddornanteil zu gering ist. Bei einer innerlichen Anwendung sollte die kühlende und nach unten führende Wirkung beachtet werden. Wenn der Verdauungsapparat bereits zuwenig Qi (zuwenig Wärme) zur Verfügung hat, sollte auf Sanddorn verzichtet bzw. mit Ingwer oder anderen Kräutern Wärme zum Ausgleich zugeführt werden.