Rosmarin – Rosmarinus officinalis

Rosmarin

Rosmarin ist ein im Mittelmeerraum beheimateter immergrüner Strauch, der bis zu zwei Meter groß werden kann. Seine Blätter, die lang und schmal sind, werden auch als Nadeln bezeichnet. In der Antike ist Rosmarin eine den Göttern geweihte Pflanze und wird ebenso wie Weihrauch als Räuchermittel eingesetzt. Bei den Zeremonien wichtiger Lebensabschnitte wie Geburt, Hochzeit, Tod wird Rosmarin verwendet. Der heilkräftige Nutzen von Rosmarin findet dagegen noch kaum Beachtung und setzt sich erst im Mittelalter durch. Der Name Rosmarin lässt sich aus dem Lateinischen „ros marinus“ ableiten – „Meertau“; er verweist auf das natürliche Vorkommen vor allem an den Mittelmeerküsten. Aus dem Griechischen hergeleitet erhält man dagegen die Übersetzung balsamischer Strauch, was mit dem harzigen Geruch von Rosmarin bzw. dessen Verwendung als Weihrauchersatz zusammenhängen könnte. Je wärmer und sonniger der Standort umso mehr ätherisches Öl bildet die Pflanze und umso stärker ist der sie umgebende Geruch.

Rosmarinblüten

Rosmarin schmeckt scharf-bitter bis harzig und hat wärmende, trocknende sowie aktivierende Eigenschaften. In der chinesischen Medizin spricht man von Tonisieren von Yang bzw. Qi. Rosmarin wärmt beispielsweise die Mitte und hilft dadurch gegen Verdauungsbeschwerden und Übergewicht, die aus einer Kältesituation herrühren; er lindert Völlegefühl sowie Blähungen und fördert die Verdauung. Rosmarin löst eventuelle Stauungen auf und bringt in Bewegung – hier speziell die Darmtätigkeit. Das In-Bewegung-Bringen spielt sich auch im Bereich des Bluts ab; Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd – besonders in den Extremitäten (Arme und Beine), im Gehirn und in den Augen. Müdigkeit, Erschöpfung und Trägheit aber auch Konzentrationsschwierigkeiten sowie Vergesslichkeit können mit Rosmarin bekämpft werden. Aus Sicht der chinesischen Medizin löst die aktivierende Eigenschaft von Rosmarin Qi-Blockaden, bringt das Qi in Bewegung, trocknet lähmende und beschwerliche Feuchtigkeit. Die wärmende Wirkung von Rosmarin kommt neben der innerlichen auch bei äußerlichen Anwendungen zum Tragen: durch Kälte schmerzhafte und blockierte Gelenke oder Muskelpartien werden durch Rosmarineinreibungen oder –bäder besser durchblutet und gewärmt. Auch bei Haarausfall und Kopfschuppen kommt Rosmarin traditionell äußerlich zum Einsatz.

Rosmarinzweig

Nicht zu vergessen ist der Nutzen von Rosmarin in der Küche. Als Würzkraut ist er in der „Mittelmeerküche“ nicht wegzudenken. Er passt hervorragend zu Kartoffel- und Fleischgerichten. Neben geschmacklichen Gründen hat man zugleich auch einen verdauungsfördernden Nutzen. Vorsicht ist geboten bei Bluthochdruck. Ebenso sollte der abendliche Genuss von Rosmarin vermieden werden – eine durchwachte Nacht könnte die Folge sein.