Myrrhe - Commiphora myrrha

Myrrhe

Der Baum Commiphora myrrha aus der Familie der Balsambaumgewächse, zu denen auch der Weihrauchbaum gehört, gedeiht vor allem unter tropischen Bedingungen. Das Harz dieses Baumes wird getrocknet und ergibt so ein bernsteinfarbenes Granulat, das man landläufig als Myrrhe bezeichnet. Die Verwendung von Myrrhe geht mindestens bis zu den alten Ägyptern zurück, bei denen Myrrhe zur Einbalsamierung genutzt wurde. Auch im Judentum hatte Myrrhe mit dem Bestattungsritus zu tun. In vielen afrikanischen und vorderorientalischen Traditionen wurden Salbungen mit Myrrhe durchgeführt, was auch im Alten und Neuen Testament erwähnt wird. Wie Weihrauch wird Myrrhenharz auch als Räucherwerk eingesetzt. Neben dem medizinischen Gebrauch ist Myrrhe heute eine Zutat in der Parfümherstellung.

Myrrhe - Detail

Myrrhe hat einen bitteren Geschmack und hat laut Chinesischer Medizin ein warmes Temperaturverhalten. Die europäische Kräuterheilkunde und die Schulmedizin kennen Myrrhe vor allem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Hier macht man sich die zusammenziehende (adstringierende) und entzündungshemmende Eigenschaften von Myrrhe zu Nutze, die in Form von Myrrhentinktur direkt auf die entzündeten Stellen aufgetragen wird. Diese Fähigkeiten haben in der Chinesischen Medizin unter anderem mit dem bitteren Geschmack zu tun. Bitteres zieht zusammen und trocknet. Das ist bei Entzündungen und Wunden wichtig für den Heilungsprozess. Die Chinesische Medizin setzt Myrrhe daher neben dem Mundraum auch für entzündliche Prozesse im Magen-Darm-Bereich, wie Morbus Crohn oder Reizdarm, sowie bei Hauterkrankungen ein.

Myrrhe - Granulat

Im Verdauungstrakt leistet Myrrhe gute Dienste. Sie fördert und bewegt das Qi der Wandlungsphase Erde (Mitte), wobei sowohl die Wärme als auch die Bitterkeit hier die wichtigen Faktoren sind. Die Verdauung wird in Schwung gebracht, was durchaus auch wörtlich zu verstehen ist. Das bedeutet, dass die wichtigste Aufgabe der Mitte, nämlich die Transformierung der Nahrung, unterstützt wird und der Darm in Bewegung gebracht wird. Das bringt das Qi nicht nur in Bewegung, sondern fördert auch dessen Produktion. Myrrhe kann also bei Verdauungsstörungen eingesetzt werden sowie auch bei allgemeiner Schwäche und Appetitlosigkeit.

Myrrhentinktur

Myrrhe bewegt nicht nur das Qi, sondern auch das Blut. Das gilt für Menstruationsblutungen, die gefördert werden, aber auch für das Blut im Kreislauf, der damit in Schwung gebracht wird. Das hat dann auch Auswirkungen auf den Geist und Gemütszustand, der sich nicht in eine dunkle Ecke zurückziehen und in Melancholie sowie depressiven Verstimmungen schwelgen kann. Vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum Myrrhe mit seinem warmen und süßlich-würzigen Duft in der Parfümherstellung Verwendung findet.

 

Myrrhe wird meist in Tinkturform gebraucht. Wenn man die Tinktur zur inneren Einnahme mit Wasser vermischt, dann wird die Flüssigkeit milchig. Weitere Darreichungsformen sind Pulver und Tabletten. In der Schwangerschaft und bei starken Blutungen darf Myrrhe nicht eingenommen werden wegen der blutbewegenden Eigenschaften. Außerdem kann die Einnahme von Myrrhe über einen längeren Zeitraum die Niere schädigen.