Majoran – Origanum majorana

Majoran

Diese Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem klein- und vorderasiatischen Raum. Sie ist heute weltweit verbreitet und vor allem als Küchengewürz bekannt. Majoran kann bis zu 80 cm hoch werden und ist in unseren, mitteleuropäischen Breiten, zumeist als einjährige Pflanze zu finden. Es gibt aber auch neuere Züchtungen, die winterhart sind. Zwischen Juni und September treibt der Majoran kleine weiß-rosafarbene Blüten. Auffallend ist der intensive Geruch, den diese Pflanze bereits vor und bis nach der Blüte ausströmt und der sich bei warmer, sonniger Witterung am besten entwickelt. Vom wilden Verwandten des Majoran, dem Oregano (Origanum vulgare), werden gerade die verblühten Blütenrispen geerntet, weil bei ihnen Geruch und Geschmack am intensivsten vorhanden sind.

Majoran - Blütenrispe

Majoran schmeckt sehr aromatisch, scharf und etwas bitter. Er hat wärmende und trocknende Eigenschaften. Damit lässt er sich verschiedenen Wirkungsbereichen zuordnen. Einer seiner bekanntesten ist vermutlich der Verdauungsapparat, die Wandlungsphase Erde seitens der chinesischen Medizin. Der Majoran unterstützt die zuständigen Organe bei ihrer Aufgabe, alles an Input – dazu gehören neben Essen und Trinken auch Gefühle, Informationen etc. – zu verarbeiten und zu verdauen. Mit seiner Wärme bringt er gewissermaßen die Wandlungsphase Erde auf Betriebstemperatur. Somit können Beschwerden, die durch Kälte und zuviel Feuchtigkeit entstehen, gelindert werden. Dazu zählen etwa Appetitlosigkeit, Blähungen und Durchfall. Seine beruhigende Fähigkeit hilft bei durch Nervosität bedingten Reizungen von Magen und Darm. Mit seiner beruhigenden Wirkung schafft es der Majoran auch, Krämpfe zu lösen und generell zu entspannen. Das hat neben dem kompletten Verdauungstrakt auch positive Auswirkungen auf die Wandlungsphase Holz. Dort ist laut der chinesischen Medizin der Bereich, wo Verkrampfungen und Stauungen einzuordnen sind. Sie werden mit Stagnation, Stau von Qi, der Energie des dem Holz zugeteilten Organ Leber, erklärt. Majoran kann dieses gestaute Leber-Qi wieder zum Fließen bringen. Dadurch werden Krämpfe und Koliken gelöst, Kopfschmerzen gelindert. In diesen Bereich fallen auch Menstruationsbeschwerden, die mit Krämpfen verbunden sind.

Majoran - Blätter

Die trocknenden Eigenschaft des Majorans wird bei einigen Erkrankungen genutzt, die mit Schleim, also einem Zuviel an Feuchtigkeit, einhergehen. Die Feuchtigkeit kann sich in Nase und allen anderen Atemwegen festsetzen. Majoran wirkt schleimlösend und kann gleichzeitig auch die oft mit der Feuchtigkeit auftretende Kälte erwärmen. Im Kopfbereich kann sich der Schleim außer auf die Nase auch auf Geist und Bewusstsein ungünstig auswirken. Das äußert sich beispielsweise in Kopfschmerzen und Schwindel, Nervosität und depressiver Stimmung. Der Majoran befreit auch diese Wege von Schleim oder westlich gesprochen, er beruhigt das Nervensystem, wirkt harmonisierend und ausgleichend.

Majoran wird üblicherweise in der Küche als frisches oder getrocknetes Kraut verwendet. Beide Formen eignen sich, um daraus Tee zuzubereiten. Zur innerlichen Verwendung eignet sich auch Majorantinktur. Eine weitere Zubereitungsform ist das ätherische Majoranöl, das innerlich eingenommen, aber auch äußerlich etwa zur Bauchmassage bei Krämpfen aufgetragen werden kann. Bitte beachten Sie, dass ätherische Öle in der Regel nur verdünnt auf die Haut aufgebracht werden dürfen. In der Schwangerschaft sollte man Majoran meiden. Natürlich ist auch dieses Gewürzkraut mit Vorsicht zu genießen, vor allem wenn der Einsatz therapeutischer Art ist. Bitte fragen Sie dazu den Heilpraktiker Ihres Vertrauens.