Wilde Malve – Malva sylvestris

Malvenblüte

Die Wilde Malve ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die im asiatischen Raum beheimatet ist. Sie kann bis zu 120 cm hoch werden und blüht in den Sommermonaten in rosa-violetter Farbe. In der Antike wurde die Wilde Malve bereits als Gemüse- und Heilpflanze angebaut. Bei der Entdeckung und Verwendung von sogenannten Wildkräutern in der Küche kann die Malve durchaus eine schmackhafte Rolle spielen. Blüten und Blätter können roh oder gekocht gegessen werden. Die Wilde Malve wird auch Große Käsepappel genannt. Diesen Namen verdankt sie den schleimhaltigen Früchten, die wie Käselaibe geformt sind. Aus diesen Früchten wurde zu früheren Zeiten ein Brei (Papp) für Kinder hergestellt. Andere Bezeichnungen sind Hasenpappel, Johannispappel oder Käslikraut. Der Begriff „Malve“ kommt aus der griechischen Sprache und weist auf eine Eigenschaft dieser Heilpflanze hin: weich und beruhigend. Das gilt für viele Malvenarten, die ebenfalls in der Heilkunde verwendet werden können.

Malve

Von der Wilden Malve werden Blüten und Blätter medizinisch eingesetzt. Sie haben einen milden Geschmack und eine kühlende Wirkung. Außerdem besitzen sie viele Schleimstoffe. Damit ist ein großer Wirkungsbereich vorgegeben: die Atemwege. Aus Sicht der chinesischen Medizin ist damit das Organ Lunge in der Wandlungsphase Metall gemeint. Die Lunge reagiert besonders empfindlich auf Trockenheit. Die Schleimhäute in Mund, Rachen und den Atemwegen können dann nicht gut arbeiten. Es kommt zu Entzündungen, Reizhusten, Heiserkeit oder anderen Atemwegserkrankungen. Die Malve befeuchtet die Schleimhäute und lindert Reizungen, die durch Trockenheit entstanden sind. Sie erhöht gewissermaßen den Yin-Anteil (Feuchtigkeit und Kühle). Darüber hinaus haben die Schleimstoffe eine Schutzfunktion, die eine Regeneration von entzündeten Stellen ermöglicht.

Malve Blüte und Fruchtstand

Eine ähnliche Wirkung hat die Malve in dem anderen großen Bereich, der mit Schleimhäuten ausgekleidet ist: dem Verdauungstrakt. Von der Mundhöhle über die Speiseröhre bis zu Magen und Darm kann die Wilde Malve auch hier ihre befeuchtende und beruhigende Wirkung entfalten. Reizungen und Entzündungen wie Aphten oder Magenentzündung werden gelindert und geheilt. Malvenblüten und/oder Malvenblätter können als Tee, allein oder zusammen mit anderen Heilkräutern getrunken werden. Sinnvoll ist es, die Kräuter mit kaltem Wasser anzusetzen, damit die Schleimstoffe quellen können. Alternativ zur Teezubereitung kann auch ein Kaltwasserauszug (Mazerat) hergestellt werden. Dazu die frische oder getrocknete Malve ein bis zwei Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen und gelegentlich umrühren. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Schleimstoffe nicht durch Hitze abgebaut werden können. Der Nachteil ist, dass das Mazerat schnell mit Keimen belastet wird. Ein Kaltwasserauszug darf daher immer nur in kleinen Portionen angesetzt und muss sofort verbraucht werden.