Großblütige Königskerze – Verbascum densiflorum

Königskerze

Die Königskerze zeigt sich in den Sommermonaten von ihrer schönsten Seite: aufrecht, groß (sie kann bis zu 2 Meter hoch werden) und in voller Blüte. Die dicken, mit silbrig-weißen Härchen bedeckten Blätter wachsen im unteren Drittel und fühlen sich sehr weich an. Von ihnen hat diese Heilpflanze wohl die Bezeichnung Wollblume. Über den Blättern erhebt sich schon fast majestätisch der Stengel, an dem die hellgelben Blüten hängen. Die Königskerze wächst gerne auf eher kargen Böden und auf unbebauten Flächen. Aber auch im heimischen Garten ist sie anzutreffen.

Königskerze, getrocknete Blüten

Von der Königskerze werden die Blüten und selten auch die Blätter medizinisch genutzt. Die chinesische Medizin stuft die Königskerze als kühl und bitter bis süß schmeckend ein. Mit diesen Eigenschaften wird sie der Wandlungsphase Metall zugeordnet. Am bekanntesten ist ihr Einsatzgebiet dort in der Lunge bei Atemwegserkrankungen wie Katarrh, Bronchitis, Entzündungen in Rachen und Kehlkopf sowie Schnupfen. Auch die westliche Pflanzenheilkunde setzt die Königskerze vor allem in diesem Bereich ein. Die chinesische Medizin klassifiziert diese „Erkältungen“ als Hitze-Erkrankungen. Deswegen kann die kühlend wirkende Königskerze hier verwendet werden. Sie kühlt die Hitze und unterstützt die Yin-Kraft der Lunge, also den Gegenpart zur Hitze, indem sie die Lunge befeuchtet. Die Königskerze leistet daher gute Dienste bei vielen Erkrankungen mit trockenem Husten. Interessanterweise hilft die Königskerze aber auch, wenn sich Schleim in der Lunge befindet. Sie wirkt nämlich auch schleimlösend und unterstützt das Abhusten. Die Königskerze wird bei Erkältungskrankheiten meist in Form von Tee der Blüten eingenommen; man kann sich aber auch in der Apotheke eine Tinktur besorgen. Wenn man selbst die Blüten sammelt, muss man sie sorgfältig trocknen. Die Blüten haben einen recht hohen Schleimanteil und neigen zum Verschimmeln. Bei der Zubereitung von Tee sollte der fertige Sud durch ein feines Sieb abgeseiht werden. Die Blüten besitzen nämlich feine Härchen, die die Schleimhaut reizen können.

Königskerze, Blüte

Die Wandlungsphase Metall hat, wie die anderen Wandlungsphasen auch, neben der Lunge noch ein zweites zugehöriges Organ: den Dickdarm. Wie bei der chinesischen Medizin üblich, sind die Organe der Wandlungsphasen nicht gleichzusetzen mit dem anatomischen Gegenstück. Vielmehr ist darunter auch eine Idee, eine Haltung zu verstehen, für die dieses Organ steht. So steht der Dickdarm in der Wandlungsphase Metall auch für Themen wie Verdauungstätigkeit und Ausscheidung. Darüber hinaus gehören in diesen Bereich viele Hautthemen wie Hautkrankheiten, aber auch die Haut als „Grenze“. Der Verlauf des Dickdarm-Meridians (Leitbahn) führt noch zu einem weiteren Feld: dem Gesicht. Die Königskerze kann in fast allen diesen Bereichen eingesetzt werden. Im Gesicht hilft sie gegen Schmerzen, die mit Schnupfen einhergehen bzw. die mit den Gesichtsnerven zu tun haben (Neuralgien). Auch Ohrenschmerzen und anfängliche Mittelohrentzündung können mit Königskerze therapiert werden. Zur Behandlung von diesen Schmerzen und Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Ekzeme wird meist ein Ölauszug der Königskerze verwendet, der in die betroffenen Partien eingerieben wird. Das Metallorgan Dickdarm wird auch direkt von der Königskerze angesprochen, beispielsweise bei hitzigen Krankheiten des Darms, die mit Durchfall und/oder Krämpfen einher gehen. Hier wirkt wieder die kühlende Eigenschaft der Königskerze der Hitze entgegen. Nebenwirkungen beim Einsatz der Königskerze sind nicht bekannt; trotzdem sollte wie bei allen Heilpflanzen bei längerer Einnahme/Verwendung ein Fachmann zu Rate gezogen werden.