Kaffee - Coffea

Kaffeeblüte

Die Kaffeepflanze stammt ursprünglich aus Afrika, vermutlich aus dem Gebiet des heutigen Äthiopien. Die verbreitesten Sorten sind Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora). Sie werden hauptsächlich in Südamerika und West- sowie Zentralafrika angebaut. Die Kaffeepflanze, die konstante, warme Temperaturen und mäßige Feuchtigkeit bevorzugt, kann bis zu vier Meter hoch werden. Sie blüht mit zarten, weißen Blüten, die sehr intensiv, ähnlich wie Zitruspflanzen duften. Die sich daraus entwickelnden, im reifen Zustand roten, Steinfrüchte enthalten Kerne, die sogenannten Kaffeebohnen, welche zunächst getrocknet, danach geröstet werden. Die chinesische Medizin ordnet dem Kaffee einen bitteren bis sauren Geschmack und ein warmes Temperaturverhalten zu. Kaffee wirkt vor allem im Bereich der Verdauung (Wandlungsphase Erde), des Geistes (Wandlungsphase Feuer) und beim Qi-Fluss (Wandlungsphase Holz).

Kaffeebohnen geröstet

Bei der Verdauung ist der Kaffee eine Unterstützung. Man kennt den kleinen schwarzen Espresso nach einem guten Essen. Aus Sicht der chinesischen Medizin passiert hier folgendes: Ein reichhaltiges Essen hinterlässt ein Völlegefühl, ein schweres Gefühl im Bauch verbunden mit einer generellen Trägheit, die auch den Kopf und den Geist ergreift. Die Wandlungsphase Erde ist eventuell etwas überfordert, um hier schnell Abhilfe schaffen zu können. Der bittere Geschmack des Kaffees unterstützt hier zweifach: Bitteres hat eine absenkende Wirkung und stärkt damit den Magen, dessen Energie ebenfalls eine absenkende Richtung hat, nämlich hin zum Darm. Der zweite Aspekt des bitteren Geschmacks ist seine trocknende Eigenschaft. Wenn nach einem Essen ein Völlegefühl vorherrscht, dann ist für die TCM Feuchtigkeit mit im Spiel. Die kann z.B. durch Milchprodukte und/oder Süßes sowie Fett entstehen. Die Milz, der zweite Part der Wandlungsphase Erde neben dem Magen, hat ein Problem mit (zuviel) Feuchtigkeit und kann dann ihre Arbeit, die Transformierung der Nahrung, also die Verdauung, nicht gut ausüben. Kaffee eliminiert Feuchtigkeit und unterstützt damit die Milz in ihrer Funktion.

Kaffeebohnen am Strauch

Kaffee wird gerne als Aufputschmittel getrunken. Der warme Part des Kaffees regt das Qi an, vor allem das des Herzens (Wandlungsphase Feuer), wozu – zumindest teilweise - der Geist, Konzentrationsfähigkeit und Lebensgefühl gehören. Der Kopf wird klarer (auch hier wird Feuchtigkeit entfernt), die Konzentration und das Denken besser. Kaffee ist daher auch ein gutes Mittel nach zu viel Alkoholgenuss. In all den beschriebenen Bereichen geht es auch um den Qi-Fluss. Die Leber aus der Wandlungsphase Holz ist dafür zuständig, dass das Qi frei und ungehindert fließen kann. Kaffee unterstützt das mit seinen Eigenschaften. Eine Erklärung der westlichen Medizin ist, dass Kaffee den Gallefluss fördert. Damit einher geht die Anregung der Leber insgesamt und quasi auch eine Reinigung der Gallenwege. Ein ungehinderter Gallefluss ist zudem wichtig für die Verdauung, womit wir dann wieder bei der Wandlungsphase Erde sind.

 

Bei all den guten Eigenschaften gibt es natürlich auch Kontraindikationen, gerade bei zuviel Kaffee. Wo die Grenze zu ziehen ist, bleibt allerdings umstritten. Als noch gut verträglich gelten 1-3 Tassen pro Tag. Bei einem Yin-Mangel ist der Genuss von Kaffee nicht anzuraten, da die trocknende Wirkung den Mangel noch verstärkt. Auch bei Bluthochdruck sollte der Kaffeekonsum eingeschränkt werden. Die Säureanteile des Kaffees, die je nach Art der Röstung mehr oder weniger ausgeprägt sind, können außerdem die Schleimhäute, besonders im Magen-Darm-Bereich reizen.