Jiaogulan - Gynostemma pentaphyllum

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Jiaogulan, das sogenannte Kraut der Unsterblichkeit, stammt aus den südlichen Bergregionen Chinas und hat sich von dort über ganz China bzw. den ganzen asiatischen Raum verbreitet. Verschiedenen Quellen zufolge ist es auch eine in Japan heimische Pflanze, die dort „Amazuche“ genannt wird, „süße Tee-Ranke“. Jiaogulan gehört zur Familie der Kürbisgewächse und wird mit seinen Ranken bis zu 8 Meter lang. Sie kann winterhart sein, zieht sich dann aber vollständig in ihre Wurzelknollen zurück, um erst im Frühjahr wieder auszutreiben. Die Blüten an sich sind eher unscheinbar, die Blütenstände können aber insgesamt bis zu 30 cm lang werden. Die daraus entstehenden Beeren sind nur mehrere Millimeter groß und im reifen Zustand dunkelgrün bis schwarz. Jiaogulan wird auch Wundergras oder „Five Leaves Ginseng“ genannt. Wie der letzte Name andeutet, wird es gern mit dem Ginseng verglichen, allerdings mit dem Zusatz, dass es besser als Ginseng sei.

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Von Jiaogulan werden vor allem die Blätter und teilweise die Stängel verwendet. Sie schmecken süß, etwas bitter und sind in ihrer thermischen Wirkung neutral bis wärmend. Jiaogulan wird zum ersten Mal in der Ming-Dynastie (14. – 17. Jahrhundert n. Chr.) beschrieben, zunächst als Nahrungsmittel (Gemüse), später dann als Medizin. Lange davor war das Unsterblichkeitskraut aber schon in der volkstümlichen Heilkunde genutzt worden und zwar als Energiespender vor bzw. nach der Arbeit. Auch die dem Jiaogulan zugeschriebene Eigenschaft, „unsterblich“ zu machen und ein verjüngendes Mittel zu sein, stammt aus dieser Zeit.

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Eine der wichtigsten Wirkungen von Jiaogulan ist seine Fähigkeit auszugleichen. Es schafft die Balance zwischen Yin und Yang, die Basis der chinesischen Medizin schlechthin. Vom westlichen Standpunkt gesehen wird eine ausgleichende Substanz Adaptogen genannt und vor allem gegen stressbedingte Erkrankungen eingesetzt. Jiaogulan eignet sich hierfür hervorragend zum Beispiel gegen Bluthochdruck oder zu hohen Cholesterinspiegel. Mit chinesischen Begriffen beschrieben: Jiaogulan unterstützt die Yin-Seite, fördert Regenerationsfähigkeit, die Anpassungsfähigkeit und den Erhalt sowie den Ausbau der Substanz. Letzteres ist bitte nicht mit purer Gewichtszunahme gleichzusetzen. Vielmehr ist genügend Yin die Grundlage, damit überhaupt Yang entstehen kann (vergleichbar mit dem Feuer (Yang), das nur mit genügend Holz (Yin) brennt). Aber auch die Yang-Seite wird durch Jiaogulan unterstützt: es stärkt die Energie beispielsweise des Herzens und der Mitte (westlich gesprochen fördert es den Stoffwechsel).

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Jiaogulan wird meistens als Tee getrunken. Dafür können sowohl frische als auch getrocknete Blätter genommen werden. Je länger der Tee zieht, umso bitterer wird er. Da Jiaogulan von sich aus schon süß ist, kann meistens auf eine zusätzliche Süße verzichtet werden. Wer eine Pflanze in Reichweite hat, kann die frischen Blätter auch pur essen. Sie eignen sich ebenso als Salatbeigabe oder als gedünstetes Gemüse.

 

Außer mit den genannten wird Jiaogulan auch mit zahlreichen anderen Wirkungen in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich untersucht und belegt sind allerdings nicht alle, und die vorhandenen Studien werden kontrovers diskutiert. Das gilt vor allem für die krebs- bzw. tumorhemmende Eigenschaften des Unsterblichkeitskrauts. Nachgewiesen ist allerdings die ausgleichende und nebenwirkungsfreie Wirkung dieser Heilpflanze.