Granatapfel - Punica granatum

Granatapfel

Der Granatapfel stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Heute finden sich Anbaugebiete auch außerhalb Asiens, vor allem in den an das Mittelmeer angrenzenden Ländern. Der botanische Name „Punica granatum“ verweist auf die purpurrote Farbe der Frucht sowie auf die vielen Kerne. Der kleine Baum oder Strauch kann mehrere hundert Jahre alt werden. Er blüht im Frühjahr mit großen, orangeroten Blüten. Die Früchte reifen im Sommer/Herbst, haben eine rote Schale und sind mit unzähligen Kernen gefüllt. Diese Samen sind mit einem roten Samenmantel umgeben, quasi das Fruchtfleisch. Die Geschichte des Granatapfels reicht bis in die griechische Mythologie und er wird im Alten Testament sowie im Koran erwähnt. Er symbolisiert Leben, Fruchtbarkeit und Macht. In der christlichen Tradition ist er Sinnbild der Kirche und findet sich in vielen Darstellung Marias mit dem Kind (z.B. von Matthias Grünewald).

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Die chinesische Medizin nutzt den Granatapfel bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. Er schmeckt süß-sauer, mit Schale wirkt er adstringierend (zusammenziehend). Das Temperaturverhalten des Granatapfels wird mit warm angegeben. Vom Granatapfel werden meist die Kerne roh verzehrt oder der Saft getrunken. Der hauptsächliche Wirkungsort in der chinesischen Diätetik ist die Wandlungsphase Erde, die große Verdauungszentrale. Dort geht es zum einen um das Organ Magen. Dieser benötigt für sein gutes Funktionieren Feuchtigkeit. Mit zuviel Trockenheit kann er nicht umgehen. Man spricht dann von einem Yin-Mangel des Magens. Dieser drückt sich aus in Durst, Mundtrockenheit oder Entzündungen im Mund-Rachen-Raum. Granatapfel befeuchtet – der süße Geschmack – und kann Feuchtigkeit dann auch halten – der Anteil des sauren Geschmacks. In der Sprache der chinesischen Medizin kann der Granatapfel „Körpersäfte hervorbringen“ und ist daher auch für die Blutbildung interessant. Die Fähigkeit des Befeuchtens macht sich die Kosmetik zunutze und arbeitet mit Granatapfelextrakt oder –öl, um Hauttrockenheit zu behandeln.

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Wird der Granatapfel mit Schale verwendet, dann verbündet sich der saure Geschmack mit der zusammenziehenden Eigenschaft und entfaltet seine Wirkung vor allem im Darm bei Durchfall. Bis ins Mittelalter wurde Granatapfelschale gegen Bandwürmer eingesetzt, dann allerdings mit der Rinde des Baumes bzw. der Wurzel, die beide stärker toxisch für Würmer sind als die Schale.

 

Heute wird in der Forschung vor allem die Wirkung des Granatapfels auf verschiedene Krebsarten diskutiert. Außerdem sind es die Bereiche Anti-Aging, Arteriosklerose, Herzinfarkt und etwa Wechseljahresbeschwerden, bei denen man sich vorbeugende bzw. heilende Eigenschaften des Granatapfels verspricht. Seine Inhaltsstoffe wie eine Vielzahl von Antioxidantien, Polyphenole und östrogenartige Stoffe sind vielversprechend.