Fenchel – Foeniculum vulgare

Fenchelblüten

Fenchel ist als Gewürz- und Heilpflanze bereits seit dem Altertum bekannt. Sowohl im Mittelmeerraum als auch in Asien ist er bis heute fester Bestandteil in Küche und Medizin. Der Fenchel, die Arzneipflanze des Jahres 2009, gehört zur Familie der Doldenblütler und kann bis zu zwei Meter hoch werden. Zu seiner aromatischen Verwandtschaft gehören Anis und Dill, was man sehr gut riechen bzw. schmecken kann.  In manchen Sprachen (z.B. Hebräisch, Türkisch) wird der Verwandtschaftsgrad sogar so eng gesehen, dass namentlich zwischen Fenchel und Anis (fast) gar nicht unterschieden wird. Während die Fenchelknollen – der so genannte Gemüsefenchel – vorwiegend in der Küche Verwendung finden, werden die Früchte des (Gewürz-)Fenchels, auch Samen genannt, kulinarisch und medizinisch gebraucht. Die Fenchelfrüchte schmecken süß, leicht scharf und haben eine wärmende sowie eine trocknende Wirkung. Sie gehören in der chinesischen Medizin zur Wandlungsphase Erde, also zum großen Bereich der Verdauung. Auch in der europäischen Medizin ist der Magen-Darm-Trakt ein Einsatzort des Fenchels.

Fenchelsamen

Durch seinen süßen Geschmack ist er (nicht nur) bei Kleinkindern beliebt. Als Tee oder Sirup hilft er bei Blähungen und Krämpfen. Ebenso wohltuend ist eine sanfte Bauchmassage mit warmem Öl, das wenige Tropfen ätherischen Fenchelöls enthält. Reines Fenchelöl ist zu stark und kann die Haut reizen, daher bitte nur mit einem Trägeröl verwenden oder auf Fertigpräparate zurückgreifen. Der Fencheltee mit seiner verdauungsfördernden Wirkung ist pur oder zusammen mit Anis und Kümmel nicht nur gesund, sondern auch wohlschmeckend. Die Wärme des Fenchels unterstützt die Wandlungsphase Erde in ihrer Funktion. Gleichzeitig wirkt der Fenchel ausgleichend und entspannend auf die Wandlungsphase Holz. Krämpfe und Schmerzen werden gelindert, der gesamte Organismus wird beruhigt und harmonisiert. Das wiederum kommt der Wandlungsphase Erde zugute, die in einem harmonischen Zustand besser verdauen kann.

Fenchel

Fenchel wird nicht nur bei Verdauungsproblemen genutzt, sondern auch bei Atemwegserkrankungen. Die bereits beschriebene krampflösende Wirkung hilft bei Bronchitis und Asthma. Fenchel vertreibt Kälte und Schleim aus der Lunge und den Atemwegen, ist auswurffördernd und blockiert Krankheitserreger. Bei Kindern lässt sich gut Fenchelhonig einsetzen - eine ausnahmsweise mal gut schmeckende Medizin. Wenn Sie Fenchel als Tee oder Gewürz nutzen, besorgen Sie sich ganze Früchte und mörsern oder zerkleinern diese erst kurz vor dem Gebrauch. Aroma und Inhaltsstoffe gehen so nicht verloren.