Birke - Betula

Birke

Die Birke ist ein Baum, der vor allem in den gemäßigten und kalten Zonen auf der Nordhalbkugel der Erde vorkommt. Während sie den Römern und Griechen unbekannt war, wird sie bei den germanischen Völkern bereits in frühen Zeiten verehrt und als Heilpflanze genutzt. Als einer der ersten Bäume, die im Frühjahr zu grünen beginnen, steht sie für den Anfang, für den Beginn des neuen Lebens in der Natur. Noch heute werden vor allem Birken als sogenannte Maibäume geschmückt und aufgestellt.

 

Von der Birke werden vorwiegend Blätter und Rinde therapeutisch verwendet. Sie hat einen leicht bitteren Geschmack und wirkt zusammenziehend sowie kühlend. Bekannt ist vor allem ihre entwässernde und reinigende Wirkung. Sie hilft, Ablagerungen und Schlacken auszuspülen sowie Wasseransammlungen aufzulösen. Traditionell wird die Birke zu Frühjahrskuren eingesetzt, um das Blut zu reinigen – zum Beispiel hilft Birke, zu hohe Harnsäurewerte zu senken: allein als Frischpflanzensaft oder als Tee mit Löwenzahn, Schachtelhalm, Brennnessel. Die Birke regt die Nierenfunktion an und hilft so bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege. Darüber hinaus wirkt sie vorbeugend gegen Nierensteine.

 

Birke - Stamm

Mit den erwähnten Punkten Harnwege, Niere, Entwässern steht die Birke in der chinesischen Medizin der Wandlungsphase Wasser nahe. Diese Wandlungsphase ist die Basis, das Fundament, aus deren dunkelsten Stelle (also im tiefsten Yin) der kleine Funke Yang erwächst. Das kleine Yang entwickelt sich dann weiter und ist in der nachfolgenden Wandlungsphase Holz vertreten. Auf die Birke übertragen: es geht auf der einen Seite um das „gut-im-Saft-stehen“, um eine gute Grundlage. Und das zweite Thema der Birke lautet: Beweglichkeit. Die Birke ist äußerst biegsam und kann dadurch auch starkem Wind standhalten. Mit beiden Beinen auf der Erde bleiben und gleichzeitig beweglich und flexibel sein. In diesem Sinn ist die Birke auch im Alter eine nützliche Pflanze. Sie hilft, die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit der Gelenke zu pflegen. Wenn es in der Wandlungsphase Holz dann zu Stauungen und Hitzeprozessen kommt, kann die Birke die Säfte wieder zum Fließen bringen und Kühlung verschaffen.

Birkenblatt

Genau diese Wirkung kommt neben den Harnwegen auch vielen rheumatischen Erkrankungen und Hauterkrankungen zugute. Bei entzündeten Gelenken werden beispielsweise so genannte Abfallstoffe gelöst, über die Niere abtransportiert und somit die Versorgungssituation des Gelenks verbessert. Hautkrankheiten hängen unter anderem mit Bestandteilen des Bluts zusammen bzw. gehen aus chinesischer Sicht oft auf Hitzeprozesse zurück. Die Birke sorgt hier zum einen für die notwendige Kühlung, zum anderen werden anfallende „Abfallstoffe“ bereits über die Harnwege ausgeschieden und müssen nicht mehr über die Haut entsorgt werden. Eine Blutreinigungskur hat daher oft eine direkte Auswirkung auf das Hautbild.

 

Wie bei allen Pflanzen gibt es auch für die Birke Hinweise, die zu beachten sind. Bei Ödemen infolge von Herz- bzw. Niereninsuffizienz sollten Birkenpräparate nicht therapeutisch eingenommen werden.