Baldrian - Valeriana officinalis

Baldrianblüte

Der Baldrian gehört zur Familie der Baldriane, die auf der ganzen Welt in unterschiedlichen Formen und Größen vorkommt. Der medizinisch genutzte Baldrian ist eine in Europa heimische, mehrjährige Heilpflanze, die oft in feuchten Gräben am Wegesrand steht und bis zu einem Meter oder mehr hoch werden kann. Im Sommer erscheinen ihre Blütendolden mit rosa-weißen kleinen Blüten. Die stark aromatische Pflanze, auch Stinkbaltes genannt, wurde in früheren Zeiten zur Abwehr von Geistern oder Hexereien eingesetzt. Im Mittelalter sollte Baldrian unter dem Namen „Theriak“ sogar gegen die Pest helfen. Der typische Baldriangeruch, der für manche Menschen fast unerträglich, für Katzen dagegen unwiderstehlich ist, entsteht übrigens erst durch das Trocknen der Wurzeln.

Baldrian

Der Wurzelstock mit seinen Ausläufern ist der Pflanzenteil, der in getrockneter Form medizinisch Verwendung findet. Die Baldrianwurzel schmeckt bitter-süß und etwas scharf. Die chinesische Medizin stuft die thermische Wirkung von Baldrian als warm ein. Mit Baldrian verbindet man hierzulande zuallererst die Eigenschaften, zu beruhigen und beim Schlafen zu helfen. Diese Wirkungen zeigt Baldrian tatsächlich, jedoch ist das Wirkungsspektrum weitaus breiter gefächert. Schlafen hat mit dem Zusammenspiel der Wandlungsphasen Feuer und Wasser zu tun bzw. mit Yin und Yang. Nur wenn das Yang sich zurückzieht und genügend Yin da ist, dann ist Ruhe und Schlaf möglich. In der Wandlungsphase Feuer ist das Organ Herz zuerst für alle möglichen Yang-Aktivitäten zuständig, Kommunikation und Freude, Geselligsein und Bewegung. Doch auch in diesem in weiten Teilen Yang-geprägtem Bereich gibt es einen kleinen Yin-Punkt. Auch das Herz hat seinen Yin-Anteil. Wenn zu wenig davon da ist, dann kommt es zu innerer Unruhe, Nervosität, Verwirrtheit und Schlafstörungen. Baldrian unterstützt das Herz-Yin und beruhigt den Geist. Daher kann er gut für Einschlaf- oder auch Durchschlafstörungen sowie zur Beruhigung eingesetzt werden.

Baldrian Blüte

Baldrian hat neben der beruhigenden Wirkung auch eine anregende Seite. Er stärkt die Energie des Herzens, und damit ist dieses Mal dann auch das Herz-Yang gemeint. Auf diesem Weg hilft der Baldrian bei geistigen Erschöpfungszuständen, Schwäche und depressiven Verstimmungen. Außer zu wärmen, besitzt Baldrian auch die Fähigkeit, zu trocknen. Er klärt gewissermaßen den Geist, was in Prüfungssituationen und Stress hilfreich ist. Baldrian fördert damit die Konzentration und die Leistungsfähigkeit. Wie man sieht, wirkt Baldrian auf den ersten Blick in gegensätzliche Richtungen, einmal fördert er die Yin-Seite, zum anderen aber auch die Yang-Seite. Dass er beides kann, ist vielleicht der Grund, warum man dem Baldrian lange zuschrieb, eine Allheilpflanze zu sein (eine englische Bezeichnung für Baldrian ist „All Heal“). Die Unterscheidung von anregend und beruhigend ist im Falle des Baldrians eine Frage der Dosierung. Um eine beruhigende Wirkung entfalten zu können, muss Baldrian hoch genug dosiert werden. Es empfiehlt sich daher die Anwendung von Fertigpräparaten, zumal eine sinnvolle Teeherstellung auch ein paar Stunden Zeit benötigt. Wenden Sie sich an einen Heilpraktiker oder Apotheker, um die für Sie richtige Dosis herauszufinden.