Bocksdorn (Goji) - Fructus Lycii barbari/chinensis

Bocksdornfrüchte

Der (gemeine) Bocksdorn ist im Mittelmeerraum bzw. in Asien verbreitet, auch wenn unklar ist, von wo er eigentlich stammt. Der mehrere Meter hohe Strauch wirft im Winter sein Laub ab. Er blüht in den Sommermonaten mit kleinen violetten Blüten. Die leuchtend-roten Früchte reifen im Herbst. Sie sind zurzeit unter ihrem chinesischen Namen fast besser bekannt: Goji. Diese roten Beeren werden wie Moringa, Chiasamen oder Acai als so genanntes Superfood bezeichnet, weil ihre Inhaltsstoffe so gesund sind und in der veganen bzw. Rohkostküche geschätzt werden. Der Bocksdorn wird auch Teufelszwirn, Hexenzwirn oder Chinesische Wolfsbeere genannt. Er gehört zu den Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Kartoffeln oder Tollkirschen, die gänzlich oder in Teilen giftig sind. In älterer Literatur findet man daher auch den Hinweis, dass Bocksdorn giftig sei. Neuere Forschungen haben dies aber nicht bestätigt und den Verzehr von Gojibeeren als unbedenklich eingestuft. Die chinesische Medizin kennt und nutzt die Gojibeeren schon lange.

Gojibeeren

Bocksdornfrüchte schmecken süß und etwas säuerlich. Die chinesische Medizin bestimmt das Temperaturverhalten als neutral. Das Hauptthema des Bocksdorns ist das Yin und die Wirkungsorte sind vor allem die Wandlungsphasen Wasser (Organ Niere) sowie Holz (Organ Leber). In der Wandlungsphase Wasser ist das Thema Yin auf eine grundsätzliche Weise angesiedelt. Hier geht es um die Basis des Lebens und die Frage der Lebenslänge. Im Wasser-Organ Niere wird Jing gespeichert, ein Zusammenwirken von „vorgeburtlicher Energie“ oder Konstitution, Erbanlagen, die nicht beeinflussbar sind, sowie „nachgeburtlicher Energie“, der Energie, die durch Nahrung, Atmung, Lebensweise etc. beeinflusst werden kann. Eine Möglichkeit eines langen Lebens ist nach dieser Sichtweise, mit der nachgeburtlichen Energie so zu haushalten, dass die vorgeburtliche möglichst nicht oder selten genutzt werden muss. Die chinesische Medizin hat mit den Gojibeeren ein Mittel, das hier ansetzt und das damit quasi ein „Anti-Aging-Mittel“ darstellt, was auch die westliche Einordnung als „Superfood“ erklärt. Goji stärkt und unterstützt das Yin, und es wirkt auch in den Bereich des Jing hinein. Eine Yin-Schwäche zeigt sich etwa in schwachen, schmerzenden Knien und Lenden, Schwindel, Nachtschweiß und Impotenz.

Bocksdorn

Auch schlechtes Sehen gehört zu einem schwachen Yin. Hier ist neben der Wandlungsphase Wasser auch das Holz mit im Spiel. Gerade das Holz-Organ Leber mit seinem Yinanteil (Leberblut) spielt für die Sehkraft eine große Rolle. Gojibeeren helfen hier, das Leberyin zu stärken, und lindern damit trockene Augen, verschwommene Sicht und Nachtblindheit. Im Zusammenspiel von Niere und Leber wirken die Bocksdornfrüchte außerdem gegen schlechtes Hören, ein schwächer werdendes Gedächtnis, ein frühzeitiges Ergrauen der Haare und schmerzende Gelenke.

 

Gojibeeren werden meist in getrockneter Form angeboten und gegessen. Möglich ist auch die Zubereitung von Tee bzw. die Nutzung der roten Beeren in der Küche. Auch wenn sie sehr gesund sind, sollte man das Verzehren von Gojibeeren nicht übertreiben – 2-3 Esslöffel sind pro Tag ausreichend. Mehr davon wirkt sich ungünstig auf die Verdauungsinstanz Mitte aus. Wenn die Mitte sowieso schwach ist und man zu Durchfällen neigt, sollte man auf Goji gänzlich verzichten.